Wagnerdenkmal (Leipzig)
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In Leipzig, der Geburtsstadt Richard Wagners, gab es seit dessem 70. Geburtstag im Jahr 1883 mehrere Versuche, den wohl weltweit bekanntesten Sohn der Stadt durch ein Denkmal zu ehren.
Von dem ersten größeren Projekt, einem über-lebensgroßem Standbild, wurde lediglich der Sockel ausgeführt. Er befand sich lange etwas versteckt im Klingerhain, einer parkartigen Grünanlage westlich des Stadtzentrums. Seit 2010 befindet er sich am ursprünglich vorgesehen Ort. 2013 wird darauf ein zeitgenössisches Denkmal Platz finden.
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[bearbeiten] Gestaltung
Der 2,90 m hohe Sockel mit quadratischem Grundriss (Seitenlänge ca. 2 m) wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach einem Entwurf des Leipziger Bildhauers Max Klinger geschaffen. Er besteht aus reinweißem Marmor, der in Laas (im Vinschgau / Südtirol) gebrochen wurde. Auf drei Seiten sind lebensgroße Charaktere aus Wagners Opern im Relief dargestellt, die vierte Seite war als Vorderseite für eine Inschrift vorgesehen. Links neben der Vorderseite befindet sich die Darstellung dreier stehender nackter Frauen, die gemeinhin als die Rheintöchter, aber auch als die Musen der Musik, der Dichtung und des Schauspiels gedeutet werden. Auf der rechten Seite sind Parsifal und Kundry zu sehen. Die Rückseite des Sockels zeigt Siegfried, den bezwungenen Drachen und Mime.
[bearbeiten] Geschichte
Am 8. Juli 1904 hat das Komitee zur Errichtung eines Richard-Wagner-Denkmals beschlossen, Klinger mit dem Entwurf und der Ausführung zu beauftragen. Der Sockel sollte ursprünglich auf einer Freitreppenanlage aufgestellt werden, die den Matthäikirchhof mit den Grünanlagen des Promenadenrings verband, und ein ca. 5,3 m hohes Marmorstandbild Wagners tragen, das ebenfalls von Klinger entworfen wurde. Die geplante Ausführung verzögerte sich aber immer wieder, vor allem aus Kostengründen. Nach der feierlichen Grundsteinlegung am 22. Mai 1913, dem 100. Geburtstag des zu Ehrenden, verhinderte der 1. Weltkrieg die Fortsetzung des Projekts; im Jahr 1920 starb Klinger. In den folgenden Jahren machte die Inflation weitere Arbeiten unmöglich, und am 28. August 1924 wurde der Denkmalssockel im Klingerhain aufgestellt.
Zu Beginn der 1930er Jahre wurde das Wagnerdenkmal am Promenadenring zugunsten des geplanten Richard-Wagner-Nationaldenkmals am Elsterbecken ganz aufgegeben.
2005 wurde der Wagner-Denkmal e. V. in Leipzig gegründet, der sich für ein zeitgenössisches Richard-Wagner-Denkmal unter Einbezug des historischen Sockels von Max Klinger engagiert. Er initiierte im Mai 2010 einen Künstlerwettberwerb mit diesem Ziel. Am 26. November 2010 wurde der gereinigte Klinger-Sockel auf der Max-Klinger-Treppe am Promenadenring aufgestellt. Hier wird zum Wagner-Jahr 2013 dann das neue Denkmal enthüllt. Realisiert wird es von Stephan Balkenhol. Dessen Entwurf war am 14. 6. 2011 als Sieger des Künstlerwettbewerbs gekürt worden und stellt den jungen Richard Wagner in Lebensgröße dar, der vor seinem eigenen, vier Meter hohen Schatten steht, welcher wiederum an den Klingerschen Entwurf für das Denkmal anknüpft.
[bearbeiten] Kuriosa
Im Volksmund wird der Sockel für das Richard-Wagner-Denkmal, dessen tatsächlicher Zweck dem Laien ohne Weiteres nicht erkennbar ist, oft als Porno-Würfel bezeichnet (wegen der drei völlig nackten Frauen).
[bearbeiten] Literatur
- Cottin, Markus u.a.: Leipziger Denkmale. Sax-Verlag, Beucha 1998. S. 77-79 (mit Foto)
- Sieblist, Kerstin: »Woran ich mit meiner Vaterstadt bin ... weiß ich hingegen nicht« Auf den Spuren Richard Wagners in Leipzig. - In: Leipziger Blätter 46(2005), S. 48-50
