Parsifal

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Parsifal (WWV 111) ist die letzte Oper von Richard Wagner. Wagner selbst bezeichnete das dreiaktige Stück als ein „Bühnenweihfestspiel“, das er seiner Bühne im Bayreuther Festspielhaus weihen wollte. Das Werk war für Bayreuth bestimmt und sollte ursprünglich nur dort aufgeführt werden.

Die Uraufführung fand am 26. Juli 1882 im Festspielhaus Bayreuth statt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Personen

  • Amfortas, Gralskönig (Bariton)
  • Titurel, Amfortas’ Vater (Bass)
  • Gurnemanz, Gralsritter (Bass)
  • Parsifal (Tenor)
  • Klingsor (Bass)
  • Kundry (Sopran oder Mezzosopran)
  • Zwei Gralsritter (Tenor und Bass)
  • Vier Knappen (Sopran und Tenor)
  • Klingsors Zaubermädchen (6 Einzelsängerinnen, Sopran und Alt)
  • Stimme aus der Höhe (Alt)
  • Chor: Zaubermädchen (Sopran und Alt), Bruderschaft der Gralsritter (Tenor und Bass), Jünglinge und Knaben (Tenor, Sopran und Alt)

[bearbeiten] Handlung

[bearbeiten] Erster Aufzug

Der Gralskönig Amfortas, der an einer schmerzenden Wunde dahinsiecht, wird von seinem Gefolge an einen Waldsee gebracht. Als der alte Gralsritter Gurnemanz bemerkt, wie Kundry, die gerade mit einem für Amfortas bestimmten Heilbalsam herbeigeeilt ist, von zwei Knappen grundlos beschimpft wird, greift er beschwichtigend ein und erklärt ihnen die geheimnisvollen Zusammenhänge, die zum anscheinend nicht heilbaren Leiden des Gralskönigs geführt haben: Einst waren Titurel, dem Vater Amfortas', himmlische Boten erschienen und wiesen ihm die Lanze, mit dem der Kriegsknecht die Seite des Heilands geöffnet hatte sowie den heiligen Gral zu, jene Schale, aus der Jesus beim letzten Abendmahl getrunken hatte und in der das Blut aufgefangen wurde, das dem Gekreuzigten aus seiner Wunde floss. Um die Heiligtümer zu schützen, errichtete Titurel die Burg Monsalvat und versammelte dort eine Ritterschar, die, im Geiste strenger Keuschheit lebend, seither ihren Dienst für den Gral versieht, denn nur wer der sinnlichen Liebe zu entsagen vermag, erwirbt die Würde, den Gral zu finden, seiner Wunderkraft teilhaftig zu werden, dessen Weisungen zu erkennen und diese ausführen.

Nach sündigem Lebenswandel wollte auch Klingsor in den Kreis der Ritter aufgenommen werden, wurde jedoch abgewiesen, weil er, um dem Keuschheitsgebot des Grals zu genügen, sich selbst entmannt hatte. Aus Rache errichtete Klingsor in einer Wüste nahe der Gralsburg ein Zauberschloss, das er mit einem üppigen Blumengarten umgab, in dem schöne Mädchen wie Blumen wachsen. Viele der Gralsritter sind dieser Verlockung bereits erlegen und von Klingsor zum Bruch ihres Gelübdes verführt haben.

Auch Kundry verfiel einst der Macht Klingsors und wurde zum Werkzeug seiner Rache. Sie war vor langer Zeit dem leidenden Heiland begegnet und hatte diesen verhöhnt. Sein Blick weckte zwar Reue in ihr, doch unfähig, ihrem Verlangen nach sinnlicher Lust zu entsagen, irrte sie weiter ruhelos durch die Welt. Nur wer ihrer Schönheit und Verführung widersteht, vermag sie von ihrem Fluch zu erlösen. Voller Selbsthass und Verzweiflung verrichtet sie, in eine Gestalt von abstoßender Hässlichkeit verwandelt, auch Dienste für die Gralsritter, ohne sich jedoch der Gewalt Klingsors, der sie immer von Neuem zu Bannen weiß, entziehen zu können.

Als Amfortas die Herrschaft auf Monsalvat übernahm, zog er mit den Rittern in Klingsors Reich, um dessen verhängnisvollem Treiben ein Ende zu machen, doch auch der Gralskönig erlag der Verführung. Klingsor raubte Amfortas den heiligen Speer und schlug ihm damit jene Wunde, die sich seither nicht schließen will. Nach Weissagung des Grals - so schließt Gurnemanz seinen Bericht - müsse Amfortas auf die Erlösung von seinen Schmerzen warten, bis ein reiner, durch Mitleid wissend gewordener Tor den heiligen Speer zurückbringe.

Plötzlich entsteht ein Tumult. Ritter und Knappen bringen Parsifal herbei, der mit seinem Bogen einen Schwan erlegt hat. Auf Gurnemanz' vorwurfsvolle Belehrung, dass er sich im Gebiet des heiligen Grals befinde, wo Tiere nicht getötet werden dürfen, zerbricht Parsifal reumütig seine Waffe. Als Parsifal nicht zu sagen vermag, wer er sei, woher er komme und wie sein Vater heiße, glaubt Gurnemanz, den vom Gral angekündigten Toren vor sich zu haben, macht sich mit ihm auf den Weg zur Burg, wo der Gral enthüllt werden soll, und ermuntert Parsifal, aufmerksam zu verfolgen, was sich dort ereignen würde.

Amfortas weigert sich, als Sünder des heiligen Amtes zu walten, und will, um seine Leiden zu beenden, lieber sterben, als durch den Anblick des Grals wieder neue Lebenskraft zu erhalten, gibt jedoch schließlich dem Drängen der Ritter und Titurels nach und enthüllt die heilige Schale. Staunend, doch ohne zu begreifen, schweigt Parsifal zu allem, was er sieht. Enttäuscht und verärgert weist Gurnemanz ihn aus der Burg.

[bearbeiten] Zweiter Aufzug

Klingsor sieht, als er in einem Zauberspiegel das Herannahen Parsifals gewahrt, die Gelegenheit gekommen, endlich sein Rachewerk zu vollenden. Er ruft Kundry herbei und befiehlt ihr, den reinen Toren zu verführen. Parsifal ist in den Zaubergarten eingedrungen, widersteht jedoch lachend den Liebkosungen und zärtlichen Verlockungen der Blumenmädchen. Plötzlich hört er seinen Namen. Kundry erscheint in betörend schöner Gestalt, schickt die Mädchen fort und gewinnt Parsifals Vertrauen, indem sie ihm von seiner Herkunft und Kindheit erzählt. Als Parsifal erfährt, dass seine Mutter starb, weil er sie verließ, empfindet er zum ersten Mal ein Gefühl tiefer Schuld und sinkt vor Schmerz und Trauer überwältigt zu Kundrys Füßen nieder. In dem Glauben, ihr Ziel fast schon erreicht zu haben, verheißt sie ihm Tröstung durch die Liebe. Parsifal erkennt jedoch, als Kundry ihn umarmt und küsst, plötzlich den Zusammenhang zwischen der in ihm erwachten Leidenschaft und dem Siechtum des Amfortas. In jähem Bewusstsein seiner Erlösungsmission stößt Parsifal Kundry zurück. Sie verflucht ihn und ruft Klingsor zu Hilfe. Der schleudert den heiligen Speer nach Parsifal, doch die Waffe bleibt über dessen Kopf schweben. Er ergreift den Speer und schlägt mit ihm ein Kreuz. Klingsors Macht ist gebrochen; sein Schloss versinkt und der Zaubergarten verdorrt.

[bearbeiten] Dritter Aufzug

Jahre sind verstrichen. Alt und entkräftet, da Amfortas, um das Ende seiner Leiden zu erzwingen, schon lange nicht mehr den Gral enthüllt hat, warten die Ritter in Monsalvat noch immer vergeblich auf den verheißenen Erlöser. Titurel ist gestorben und Gurnemanz, der greise Gralsritter, hat sich in eine Einsiedelei zurückgezogen. Am Karfreitagsmorgen vernimmt Gurnemanz ein dumpfes Stöhnen in der Nähe seiner Hütte und findet Kundry, die wie tot unter einem Gestrüpp liegt. Es gelingt ihm, sie ins Leben zurückzuholen. Ihre frühere Wildheit ist von ihr gewichen, sie hat nur noch das Verlangen, in Demut zu dienen. Da erscheint ein schwarz gewappneter Ritter mit geschlossenem Visier und einem Speer in der Hand. Als er auf Gurnemanz' Ermahnung, dass es sich nicht zieme, auf geheiligtem Boden und dazu am Karfreitag Waffen zu tragen, Helm und Panzer ablegt, erkennt Gurnemanz in ihm den törichten Jüngling von einst, der jetzt nach langer Irrfahrt das Gralsgebiet wiedergefunden hat und den heiligen Speer zurückbringt.

Kundry kniet vor Parsifal nieder, wäscht seine Füße und trocknet sie mit ihrem Haar. Darauf salbt Gurnemanz ihn zum Gralskönig und Kundry empfängt von Parsifal die heilige Taufe. Gemeinsam machen sie sich sodann auf den Weg nach der Burg Monsalvat, wo zur Totenfeier für Titurel Amfortas noch einmal den Gral enthüllen spll. Amfortas weigert sich und fleht die Ritter verzweifelt an, sein Leben mit dem Schwert zu beenden. Bevor es dazu kommt, tritt Parsifal hinzu und berührt mit dem Speer die Wunde, die sich sogleich schließt. Als er den Gral enthüllt, sinkt Kundry entseelt zu Boden und stirbt. Die Ritter huldigen ihrem neuen König, der verkündet, dass der Gral künftig nicht mehr verschlossen sein soll.

[bearbeiten] Orchester

3, 3+1, 3+1, 3+1
4, 3, 3, 1
timp, 2 hp, str

[bearbeiten] Literatur

  • Kienzle, Ulrike: Das Weltüberwindungswerk. Wagners 'Parsifal' - ein szenisch-musikalisches Gleichnis der Philosophie Arthur Schopenhauers. Laaber 1992
  • Lorenz, Alfred: Das Geheimnis der Form bei Richard Wagner. Bd. 4, Parsifal. Berlin 1933

[bearbeiten] Weblinks

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