Leipzig

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Leipzig ist eine Großstadt mit ca. 500.000 Einwohnern im Nordwesten von Sachsen. Sie gilt nicht nur als Messe- oder Buchstadt, sondern auch als Musikstadt. In Leipzig wurde am 22. Mai 1813 Richard Wagner geboren.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Leipzig im 19. Jahrhundert

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Leipzig ca. 32.000 Einwohner. Die Stadt war nie Residenz, sie wurde (und wird) von der sächsischen Hauptstadt Dresden regiert. In Leipzig gab es kein Hoftheater und keine Hofkapelle. Sowohl Orchester (1743) als auch Theater (1766) wurden zunächst von in Vereinen organisierten Bürgern gegründet und später durch die Stadt getragen. Für die Lizenz musste sogar Geld nach Dresden gezahlt werden.

Dennoch fand Wagner Ende der 1820er Jahre ein reiches Kulturleben in Leipzig vor. Während in Dresden Adel, Militär und Beamte dominierten, lebten in Leipzig kunstsinnige Kaufleute, Studenten und Professoren. Der Orchesterverein engagierte 1835 Felix Mendelssohn-Bartholdy als Gewandhaus-Kapellmeister, der 1843 in Leipzig das Conservatorium (als erste Musikhochschule in Deutschland) gründete und Ehrenbürger wurde. Thomaskantor war von 1823 bis 1842 Christian Theodor Weinlig, der Wagner Musikunterricht gab.

[bearbeiten] Lebensorte Wagners

Das Geburtshaus Wagners ist nicht erhalten. Eine Gedenktafel erinnert an den ehemaligen Standort im Norden der Leipziger Altstadt.

Die Thomaskirche, in der Wagner getauft wurde, befindet sich in der westlichen Altstadt.

Das Gebäude der damaligen Nikolaischule, in der Wagner 1828/1830 lernte befindet sich am Nikolaikirchhof in der östlichen Altstadt. Eine Tafel erinnert heute an die bekanntesten Schüler, u.a. auch an Wagner.

Das Gebäude der Thomasschule, in der Wagner 1830/1831 lernte, befand sich in unmittelbarer Nähe der Thomaskirche und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts abgebrochen. Heute steht hier die Superintendantur.

Das (alte) Theater, das 1766 als Komödienhaus auf dem späteren Theaterplatz im Nordwesten der Altstadt erbaut wurde, wurde 1943 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Das Grundstück wurde zur Verbreiterung des die Altstadt umschließenden Straßenrings benutzt, heute finden sich hier Fahrbahnen und die Straßenbahnhaltestelle "Goerdelerring".

Das (alte) Gewandhaus, seit 1781 Spielstätte des ältesten bürgerlichen Konzertorchesters Deutschlands, befand sich in der südlichen Altstadt. Es wurde 1895-1896 für den Bau eines Messehauses (Städtische Kaufhaus) abgebrochen.

Das ehemalige Hauptgebäude der Universität am Augustusplatz wurde in den 1960er Jahren nach Kriegsschäden abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Auch dieser wurde inzwischen abgebrochen, zur Zeit entsteht hier ein Neubaukomplex, der bis zur 800-Jahr-Feier der Universität fertiggestellt sein soll.

[bearbeiten] Erinnerungen an Wagners Familie

An das nicht erhaltene Geburtshaus von Wagners Vater erinnert eine Gedenktafel im Ranstädter Steinweg (Westvorstadt).

Auf dem Alten Johannisfriedhof befindet sich noch (allerdings nicht mehr an originaler Stelle) der Grabstein für Wagners Mutter und Schwester.

[bearbeiten] Erinnerungen an Wagner

Schon seit 1883 ist die Stadt um die Erinnerung an ihren großen Sohn bemüht. Wagner darf mit Recht als der weltweit bekannteste Musiker gelten, der in Leipzig geboren wurde.

[bearbeiten] Denkmale

Von einem zunächst geplanten Richard-Wagner-Denkmal, zu dem 1913 bereits der Grundstein gelegt wurde, wurde nur der Sockel ausgeführt, der heute nicht an der geplanten Stelle, sondern etwas versteckt in einer Parkanlage steht.

In den frühen 1930er Jahren wurde ein zweites Wagnerdenkmal geplant und der Bildhauer Emil Hipp 1932 mit der Ausführung beauftragt. Von den Nationalsozialisten als Richard-Wagner-Nationaldenkmal konzipiert, wurden die Einzelteile bis 1944 fertiggestellt, dann aber nicht montiert. Die Denkmalsteile sind heute über ganz Deutschland verstreut. Von dem Vorhaben zeugt in Leipzig nur eine große Freifläche, der Richard-Wagner-Hain, der als Standort vorgesehen war.

Im Jahr 1983 wurde schließlich anlässlich des 100. Todestages Wagners eine kleine Wagnerbüste in der Nähe des Opernhauses aufgestellt.

[bearbeiten] Benennungen

Anlässlich des 100. Geburtstages Wagners wurden im Jahr 1913 der in der Leipziger Innenstadt liegende bisherige Theaterplatz in Richard-Wagner-Platz umbenannt. Dieser Platz befindet sich in unmittelbarer Nähe von Wagners Geburtshaus. - Der Platz ist heute wenig ansehnlich und wird vor allem als Parkplatz genutzt.

Ebenfalls 1913 erhielt ein benachbarter Straßenzug, der aus Theatergasse, Plauenscher Platz und Parkstraße bestand, den Namen Richard-Wagner-Straße. Der Straßenzug verläuft nördlich parallel zum Brühl, in dem Wagners Geburtshaus stand.

Seit den 1930er Jahren heißt eine große, rechteckige Grünfläche am Ost-Ufer des Elsterbeckens Richard-Wagner-Hain. Sie war als Standort für das Richard-Wagner-Nationaldenkmal geplant.

[bearbeiten] Museen

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig besitzt zahlreiche Exponate zum Leben und Wirken Richard Wagners. Dennoch wurde bisher keine eigene Ausstellung oder gar ein kleines Museum geschaffen. Für andere Musiker existieren bereits solche Gedenkstätten (Mendelssohnhaus, Schumannhaus, Bachmuseum oder Grieg-Gedenkstätte), für Wagner wäre dies ebenfalls wünschenswert.

[bearbeiten] Weblinks

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