Die Walküre
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Die Walküre (WWV 86B) ist eine Oper von Richard Wagner. Sie bildet zusammen mit den Opern Das Rheingold, Siegfried und Götterdämmerung das Gesamtwerk Der Ring des Nibelungen: ein "Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend". Die Walküre ist nach dem Vorspiel (Das Rheingold) der erste Tag.
Die Oper wurde am 26. Juni 1870 im Königlichen National- und Hoftheater München uraufgeführt.
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Die Handlung
Vieles hat sich seit dem Einzug der Götter in Walhall ereignet. Fafner, der Besitzer des Ringes, hat sich in einen Drachen verwandelt und bewacht - fern von der Götterburg in einer Höhle - den Nibelungenhort. Alberich sinnt weiterhin auf Rache und hat mittlerweile einen Sohn gezeugt. Dieser, Hagen, soll ihm helfen, den Ring zurück zu gewinnen. Tief beunruhigt über die Weissagung des Untergangs der Götter ist Wotan, um mehr über die Zukunft zu erfahren, zu Erda hinabgestiegen. Sie gebar ihm die Walküre Brünnhilde, die mit ihren acht Schwestern gefallene Helden von den Schlachtfeldern nach Walhall bringen und dort zu einem Heer versammeln soll, das Wotan zur Abwehr von Alberichs drohendem Heer aufstellt und um sich sammelt.
Da er selbst nicht in den Besitz des Ringes gelangen kann, ohne die eigenen Verträge und ewigen Gesetze zu brechen, auf die seine Herrschaft sich gründet, zeugte Wotan, in der Hoffnung auf einen freien Helden, der ohne Götterhilfe aus eigenem Willen den Ring erwirbt und den Rheintöchtern zurückgibt, das Geschlecht der Wälsungen: die Zwillinge Siegmund und Sieglinde. Diese wuchsen einsam im Wald auf, von einer menschlilchen Mutter großgezogen. Siegmund zog mit Wälse, seinem Vater - Wotan selbst - durch die Wälder, wo sich einst die Spur des Vaters verlor. Heimgekehrt fand Siegmund die Hütte zerstört, die Mutter erschlagen und die Schwester verschwunden.
[bearbeiten] Erster Aufzug
Von Feinden verfolgt sucht Siegmund während eines wilden Gewittersturmes Zuflucht in der Hütte Hundings. Sieglinde, Hundings Frau, erfrischt den Erschöpften und fasst sofort tiefe Zuneigung zu ihm. Als Hunding heimkehrt und den Fremden nach Namen und Herkunft befragt, erkennt er in ihm bald den flüchtigen Feind seiner Sippe. Das Gastrecht achtend gewährt er ihm Unterkunft für die Nacht, fordert ihn jedoch für den nächsten Tag zum Zweikampf.
Alleingelassen — Sieglinde musste Hunding zur Nachtruhe folgen — erinnert sich Siegmund, der seine Waffe im Kampf verlor, dass sein Vater ihm einst ein Schwert verhieß, das er finden werde, wenn er in höchste Not gerate. Sieglinde hat ihren Mann unterdessen mit einem betäubenden Trank in tiefen Schlaf versetzt. Sie kehrt zu Siegmund zurück und zeigt ihm ein Schwert im Stamm der Esche, um die das Haus gebaut ist. Sie erzählt, dass bei ihrer traurigen Hochzeit, zu der sie von Hunding gezwungen wurde, plötzlich ein Greis eingetreten sei, das Schwert bis zum Heft in den Baum gestoßen und demjenigen zugedacht habe, der es herauszieht. Siegmund und Sieglinde erkennen sich als Geschwister und verfallen einander zugleich in leidenschaftlicher Liebe. Triumphierend reißt Siegmund das Schwert aus der Esche und stürmt mit seiner Schwester und Geliebten in die Frühlingsnacht hinaus.
[bearbeiten] Zweiter Aufzug
Wotan gibt Brünnhilde den Auftrag, Siegmund im Kampf gegen Hunding beizustehen. Fricka jedoch, Hüterin der Ehe, fordert dessen Tod als Sühne für den doppelten Frevel des Wälsungenpaares: Ehebruch und Inzest. Vergeblich sucht Wotan seinen Sohn vor Fricka zu verteidigen und behauptet, Siegmund handle aus eigenem Willen. Doch Fricka durchschaut ohne Mühe, dass Siegmund nicht der freie Held ist, für den Wotan ihn ausgibt, sondern bloß dessen Werkzeug, bezichtigt ihren Mann des Selbstbetruges und zwingt ihn, seine Entscheidung zu widerrufen. In tiefer Verzweiflung befiehlt er Brünnhilde, Siegmund ihren Schutz zu entziehen. Sie trifft die Geschwister bei einer Rast auf ihrer Flucht vor Hunding und verkündet Siegmund, wie Wotan befahl, den Tod und einen ehrenvollen Platz in Walhall. Doch Sieglinde könne ihn dorthin nicht begleiten. Siegmund entgegnet, dass er Sieglinde eher töten, und für sich auf Walhalls ewige Wonnen verzichten wolle, als sie allein zu lassen.
Überwältigt von dieser Liebe beschließt Brünnhilde, sich Wotan zu widersetzen und Siegmund zum Sieg über Hunding zu verhelfen. Voll Zorn über den Ungehorsam Brünnhildes greift Wotan jedoch selbst in den Kampf ein und lässt Siegmunds Schwert an seinem Speer zerbrechen. Siegmund fällt, von Hunding getroffen; dieser wird von Wotan voller Verachtung niedergestreckt. Brünnhilde rafft hastig die Schwertstücke zusammen und verhilft fliehend vor Wotans Rache Sieglinde zur Flucht.
[bearbeiten] Dritter Aufzug
Die Walküren versammeln sich mit gefallenen Helden, um sie nach Walhall zu bringen, auf einem Felsenberg. Vergeblich bittet Brünnhilde die Walküren, sie vor Wotans Wut zu schützen. Bevor dieser erscheint, rät sie Sieglinde, in Fafners Wald zu fliehen, wo sie vor Wotan sicher sei, da er diesen Ort meide. Brünnhilde übergibt ihr das zerbrochene Schwert Siegmunds und verheißt ihr die Geburt eines Sohnes, Siegfried, den sie die Stücke verwahren soll, und stellt sich selbst der Strafe des Vaters. Wotan verbannt sie aus Walhall und will sie in tiefen Schlaf versenken. Auf Brünnhildes Flehen, sie nicht dem ersten Mann zu überlassen, der sie schutzlos am Wege findet, lässt Wotan sich jedoch bewegen, den Felsen, auf dem sie schläft, mit einer Feuerlohe zu umgeben, die nur der mutigste Held zu durchschreiten vermag. Tief erschüttert nimmt Wotan Abschied von seinem Lieblingskind.
[bearbeiten] Orchester
3+1, 3+1, 3+1, 3
8, 3+1, 3+1, 1
timp, perc, 6 hp, str
